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Tinos und seine Taub... (0)

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 Reiseführer Tinos



(Fläche 195 km², 86 sm von Piräus, 64 sm von Rafina. Einwohner: 7.700 )


Dicht an der Südspitze von Andros gelegen, ist diese dem Marienkult geweihte Insel jedes Jahr im August Ziel von Pilgern aus ganz Griechenland, die hierher kommen, um zu beten oder ein Gelübde einzulösen. Ihren Höhepunkt erreichen die religiösen Festlichkeiten am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt, wenn die Menschen zu Tausenden in die Marienkirche strömen und sich auf den Straßen drängen, wo Händler wie bei jedem großen Volksfest ihre Ware feilbieten.


Eine Gebirgskette durchzieht die Insel der Länge nach. Die flacheren Hänge sind terrassiert, und die kustvoll aufgeschichteten Steinmäuerchen, die die Felder voneinander trennen, wirken wie Wehrmauern einer alten Burg. Die Küsten sind bald steil und unzugänglich, bald zerklüftet und in malerische Buchten mit Sand- oder Kieselstrand gegliedert.


Das Wahrzeichen von Tínos sind die pittoresken Taubenhäuschen. Sie sind, wie übrigens auch die gemauerten Dorfbrunnen überall auf der Insel, unter den geschickten Händen einheimischer Künstler über ihre eigentliche Funktion hinaus zu kleinen Kunstwerken geworden.


In Tinos, Inselhauptstadt und Hafen, leben heute die meisten Einwohner. Eine breite, mit Steinplatten ausgelegte Straße führt vom Hafen direkt hinauf zur Wallfahrtskirche "Panagia Evangelistria" (1823). Das imposante Bauwerk aus parischem und einheimischem Marmor wurde auf dieser Anhöhe über der Stelle errichtet, wo eine Nonne einst die wundertätige lkone fand und beherrscht das ganze Stadtbild. In den Seitentrakten der Kirche ist das Museum Tinischer Künstler und Neugriechischer Maler untergebracht, das Werke einiger der bedeutendsten griechischen Bildhauer, die von Tinos stammten, beherbergt. Ein paar Straßen weiter das Archäologische Museum, dessen Glanzstücke Skulpturen vom Poseidon- und Amphitrite-Tempel sind.


Am Inselinneren ist der Tourismus bis jetzt vorübergegangen, und so sind die etwa 20 Dörfer noch unverfälschte Beispiele gewachsener Architektur. Besonders sehenswert sind Triantaros, Steni und Falatados im südöstlichen Inselinneren sowie Pyrgos mit dem idyllischen , 3 km entfernten Küstenort Panormos an der gleichnamigen weiten Bucht der westlichen Nordküste. Aus Pyrgos sind die meisten grossen tinischen Künstler wie Jannoulis Chalepas – sein Wohnhaus wurde in ein Museum umgewandelt – und Nikiphoras Lytras hervorgegangen. Die Tradition wird in in vielen Marmos – Bildhauerwerkstätten fortgeführt.
Von den landschaftlich meist wunderschön gelegenen Klöstern sei hier das Frauenkloster "Kyria ton Angelon" ,"Die Herrin der Engel" (10.-11.Jh.) in Kechrovoúni erwähnt, das in seiner Anlage an ein mittelalterliches Dorf erinnert.
Badestrände braucht man auch auf Tinos nicht lange zu suchen: Agios Phokás bei Tinos-Stadt, Kiónia, Porto, die Panórmou-Bucht und Kolymvithra sind nur einige von vielen.
Touristisch ist Tinos, bis auf die Hauptstadt, noch kaum erschlossen, paßt sich aber den wachsenden Zahlen ausländischer Besucher zusehends an.
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