| Vom Hafenort Kamares - reich an Töpferwerkstätten - führt die Landstraße zum 5,3 km entfernten Hauptort Apollonia, der sich mit seinen schmucken, zweistöckigen Inselhäuschen mit Außentreppen, den weißgekalkten Kirchen und Glockentürmen, den mit Schieferplatten gepflasterten Strassen, oft von Bougainvillen und Hibiskussträuchern überrankt, sanft über drei Hügel erstreckt. Ringsherum liebliche Terrassenlandschaft, Ölbaumhaine, Weinberge und viele, der Vergangenheit angehörende Dreschtennen, ebenfalls aus den örtlichen Schieferplatten. In Apollonia befindet sich ein beachtenswertes Volkskundemuseum mit einer reichen Sammlung der einheimischen Töpfererzeugnisse sowie vielen Stickereien. Nur 2 km weiter nördlich auf ansteigender Straße lädt das hübsche Dorf Artemonas, besonders reich an alten Herrenhäusern, zum Verweilen ein. Die teilweise verfallenen Windmühlen auf einer Bergkuppe über dem Ort erzählen von der ehemaligen Sorge um das tägliche Brot. Die Tavernen in Artemonas sind für ihre schmackhaften Inselspezialitäten besonders bekannt. Von Artemonas führt mitten durch die Insellandschaft ein alter Fussweg an die Ostküste, nach Kastro (= Burg), seit der Antike bis 1836 Hauptstadt der Insel. Auf der Landstrasse beträgt die Entfernung 3,5 km. In diesem Inselteil gibt es viele weisse Taubenhäuschen, zwar reine Zweckbauten, doch architektonisch wahre kleine Kunstwerke. Kastro liegt auf einem Felsvorsprung hoch über dem Meer und war nur von der Landseite einnehmbar. Der heutige Ortskern stammt aus dem Mittelalter, als die Bewohner sich wegen der häufigen Piratenüberfälle in sog. Burgstädten verschanzen mussten. Spazieren Sie durch die gepflasterten engen Gassen, erleben Sie die aneinanderklebenden Häuserreihen, die kleinen Plätze, Kirchen, Glockentürme, die blumentopfgeschmückten Aussentreppen, genießen Sie die Kühle in den schattigen Bogengängen und versetzen Sie sich in die längst vergangenen Zeiten. Die Burgstadt von Sifnos mit dem weiten Meer ringsherum ist ein Erlebnis besonderer Art. Das Archäologische Museum von Kastro verfügt über eine bedeutende Sammlung archaischer und hellenistischer Skulpturen sowie Keramik aus der geometrischen und byzantinischen Epoche. Auf Sifnos gibt es viele Klöster, wobei längst nicht mehr alle bewohnt sind. Eines der interessantesten ist sicher das Kloster Prophet Elias auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges. Der Namenstag des Heiligen wird jedes Jahr am 20. Juli begangen, und es sind nicht wenige, die bereits am Vorabend zur Messe auf den Berg steigen und anschließend die Nacht unter den Sternen verbringen, schließlich sind für große Teile der ländlichen Bevölkerung Griechenlands die kirchlichen Feiertage immer noch die Hauptereignisse im Ablauf des Jahres. |
Reiseführer Sifnos
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